Austrian-Compliance-Enquete 2018

Die vorjährige Austrian-Compliance-Enquete für Event- & Tourismus-Management 2017 hat es mehr als verdeutlicht: Die Einbußen beim Event-Package-Verkauf, speziell im VIP-Ticket-Bereich, sind signifikant und bereits existenzbedrohend. Top-Manager sind bei Einladungen verunsichert, die Nerven der firmeninternen Compliance-Officer liegen blank und für Marketing-Abteilungen gleicht es einem Drahtseilakt, honorige Ehrengäste und relevante Würdenträger zu einem Event für effizientes Networking zu bekommen. Eine ganze Branche steht vor allem seit der verschärften Novellierung 2012 unter Generalverdacht, VIP-Loungen als „Brutstätten“ von Korruption und Packelei zur Verfügung zu stellen.


Wie sehr schaden Event Compliance Regularien der heimischen Event-Branche?

Dieser Frage gingen wir in der Austrian-Compliance-Enquete 2018 mit Top-Managern und Veranstaltern von medienträchtigen Großevents nach. Es galt vor allem konkrete Forderungen zu formulieren, um sie fertiggeschnürt an die Politik richten zu können. Wir erhielten auch Einblicke in andere Länder und deren Umgang mit Event-Compliance-Reglements. Länder, die eine wesentlich bessere Platzierung im internationalen Korruptionsindex einnehmen als Österreich.


Verbinden Gesetzgeber anderer Länder auch automatisch Event-Einladungen mit Korruption?

Diese Frage erörterten wir mit Vertretern aus Dänemark und der Schweiz – aktuell unter den Top-3 im aktuellen Korruptionsindex. Österreich hingegen findet sich auf Platz 16 wieder (Tendenz sinkend), obgleich mit dem heimischen Anfütterungsverbot einer der schärfsten Paragrafen verabschiedet wurde. Offenbar existiert kein kausaler Zusammenhang zwischen der (unnötigen) Schärfe des Gesetzes und einer guten Indexplatzierung.

Die Gefahr von einem wirtschaftlichen Schaden ist bedrohlich. Gemäß einer IHS-Studie 2017 erwirtschaftet die Branche € 8,9 Mrd. an Umwegrentabilität für das heimische BIP und generierte damit über 140.000 Arbeitsplätze.

In einer branchen-hochwertigen Runde wurde aus verschiedenen Blickwinkeln das Thema „heimische Sport- & Kultur-Events im Spannungsfeld von Compliance-Regelungen“ erörtert und im „Laxenburger Appell“  mit drei konkreten Forderungen zusammengefasst:

  1. eine Konkretisierung des Begriffs „Amtsträger“ im Gesetz
    (= 43% aller Österreicher, vom Feuerwehrmann bis zum ORF-Portier)

  2. (Wieder-) Einführung einer Bagatellgrenze (Schweiz diskutiert zur Zeit über 1.000-CHF-Grenze)

  3. Abschaffung des „Anfütterungsparagrafen“ (ein Unikat in Europa)
 
Gert Zaunbauer


Gert Zaunbauer

Obmann der Fachgruppe Freizeit- & Sportbetriebe, WKNÖ
Obmann-Stv. der Sparte Tourismus & Freizeitwirtschaft, WKNÖ
Obmann-Stv. des Fachverband Freizeit- & Sportbetriebe, WKÖ
Vorstandsvorsitzender-Stv. Eventnet.Austria, WKÖ

 

TeilnehmerInnen Austrian-Compliance-Enquete 2018:  

Georg Jeitler

Dkkfm. Georg H. Jeitler, Bakk. phil. MBA CMC

Georg Jeitler ist Kommunikationskaufmann, Unternehmensberater und Hochschul-Lektor. Durch seine Tätigkeit als Sachverständiger mit Spezialisierung auf Wirtschaftskriminalität, sind für ihn die Themen Compliance und Korruption ein ständiger Begleiter.

 

Niels Gade-Jacobsen

Als Spezialist im dänischen Handelsvertreterrecht ist er Vertrauensanwalt der CDH e.V., Verfasser mehrerer Artikel auf diesem Gebiet sowie gefragter Referent zu Handelsvertreterrecht, Vertriebsrecht und zu Compliance-Recht im internationalen Vergleich.

 

Hermann Wurzenberger

 

Erik Kastner

Hermann Wurzenberger

Geschäftsführender Gesellschafter
Show Express Eventmanufaktur GmbH


Die Event-Branche braucht dringend ein alltagstaugliches Compliance-Gesetz. Die Verunsicherung in den Firmen „welche Einladung kann ich annehmen, welche nicht“ ist bereits geschäftsschädigend und damit unerträglich geworden.




Mag. Martin Brezovich

Präsident Event Marketing Board Austria


Die aktuelle Regelung ist ein Anschlag auf den Wirtschafts- und Tourismusstandort Österreichs. Anstatt Korruption tatsächlich zu bekämpfen, wird einer ganzen Branche das Leben schwer gemacht, die mit einzigartigen Eventformaten für die Visitenkarte österreichischer Veranstaltungskultur und Gastlichkeit sorgt und wesentlichen Content zur touristischen Bewerbung Österreichs im Ausland liefert.

Erik Kastner

Vorstand Eventnet.Austria


Seit es das Antikorruptionsgesetz gibt sieht die Sache für Sponsoren wirklich negativ aus. Compliance-Regelungen haben den Planungsaufwand erhöht und haben eine enorme Bürokratie und Unsicherheit geschaffen. Diese Fehler müssen behoben werden.



 

Frank Marreau

Petra Nocker-Schwarzenbacher

Hubert Neuper

Skiflug WM-Veranstalter am KULM


Ohne die finanzielle Unterstützung vom ÖSV, wäre die Veranstaltung am Kulm nicht mehr durchführbar. 




Frank Marreau

CEO MCI Zürich

Wird ein Kunde zu einem Event eingeladen, ist das noch lange nicht automatisch mit Korruption verbunden. In der Schweiz gehört dies zum guten Ton – sofern Werte, Normen und Moral auf Basis des Obligationenrechts eingehalten werden!

Petra Nocker-Schwarzenbacher

Bundesspartenobfrau Tourismus & Freizeitwirtschaft

Der österreichische Tourismus lebt von seiner einzigartigen Gastfreundschaft und Einladungskultur.  Diese müssen lebendig und alltagstauglich sein und dürfen nicht durch überbordende Compliance Regeln verhindert werden.

 


 

 

Umweltzeichen

Die Veranstaltung entspricht den Kriterien des Österreichischen Umweltzeichens für Green Meetings/Events.

Während der Veranstaltung werden zu Dokumentationszwecken Fotos gemacht. Bitte beachten Sie, dass Sie sich mit der Teilnahme an der Veranstaltung bereit erklären, dass diese Aufnahmen nach der Veranstaltung in veränderter oder unveränderter Form vervielfältigt, veröffentlicht und verbreitet werden.